Vorlesewettbewerb 2019

Mit Astrid Lindgren Freude am Lesen erleben.
Vorlesewettbewerb begeistert Grundschüler.

Es ist mehr als erstaunlich, wenn in einer Sporthalle über 140 Grundschüler sitzen und man die berühmte Stecknadel fallen hören kann. Alle Blicke waren auf einen kleinen Tisch gerichtet, die Frühlingssonne erhellte die Halle und das Mikrophon wartete förmlich darauf, dass die Stimmen der Klassensieger der 2. – 4. Klasse ihren Leseabschnitt für alle hörbar machte. Das Finale des Vorlesewettbewerbs der Astrid-Lindgren-Schule bot Lesefreude auf hohem Niveau.
Wenn sich eine Schule schon mit dem Namen einer bedeutenden Dichterin schmücken darf und sich dieser Literatin auch so eng verbunden fühlt, dass sogar das Pausenzeichen der berühmten Pipi-Langstrumpfmelodie entliehen ist, dann muss das Lesen zu einem Markenzeichen der Schule werden. Und in der Tat, dieses Kulturgut genießt in Dauchingen einen besonderen Stellenwert. Mit Anja Lichte und Kathrin Michl hat die Schule zwei Pädagoginnen, die mit großem Engagement das Lesen in besonderer Weise fördern. Sie haben einen Vorlesewettbewerb ausgeschrieben, an denen sich die Kinder der Klassen 2 – 4 beteiligen durften. So stand im Monat Mai das Lesen oder das Vorlesen im Mittelpunkt des Deutschunterrichtes. Klare Vorgaben über die Auswahl der Texte gehörten ebenso dazu, wie hilfreiche Tipps zum Vorlesen selbst. Hierzu mussten die Kinder zunächst selbst einen Text aus einem Kinder- oder Jugendbuch aussuchen. Aus diesem Werk sollten die Wettbewerbsteilnehmer dann eine Stelle aussuchen, die auch bei den Zuhörern Interesse und Spannung auslöst. Als selbstverständlich wurde vorausgesetzt, dass das ganze Buch vom Wettbewerbsteilnehmer zuvor gelesen worden war. Maximal drei Minuten sollte der Vorleseabschnitt in Anspruch nehmen. In der Zeit zwischen dem 13. und 17. Mai wurden zunächst die Klassensieger ermittelt. Die jeweils Klassenbesten durften nun vor großem Publikum ihr Können präsentieren. Eine eigens einberufene Jury von schulfremden Personen (Michaela Eckstein, Renate Mauch und Kirsten Würthner) musste nun darüber entscheiden, wer sowohl den eigenen Text als auch einen Fremdtext am besten vorlesen konnte.
Den fünf Finalisten war das erwartete Lampenfieber fast nicht anzumerken. Selbstbewusst betraten sie unter dem Beifall der ganzen Schule die Bühne und nachdem die Reihenfolge ausgelost worden war, durfte die Siegerin der Klasse 4b, Jenny Grimm, als erste ihre Passage aus Ruby Redforts „Kälter als das Meer“ zum Besten geben. Perfekt die Betonung, verständlich die Stimme, spannend der gewählte Abschnitt. Beifall und zustimnmendes Kopfnicken allenthalben. Kira Stengele, Felix Maier, David Bessabawa und Emma Schleicher folgten mit ebenfalls ausgezeichneten Leseleistungen. Dass ein wenig Aufregung doch in den Finalteilnehmern schlummerte, war dem entspannten Gesichtsausdruck nach dem Vortrag zu entnehmen. Bemerkenswert die Disziplin der Zuhörer, die mit Interesse und Respekt alle Textabschnitte genau verfolgten. Ob die Stärke des Applauses wohl schon Hinweis auf den Finalsieger war? Die eigentliche Hürde stand jedoch bevor. Der Fremdtext musste widergegeben werden – eine wirklich anspruchsvolle Herausforderung. 56 Zeilen aus Ronja Räubertochters Frühlingsschrei galt es sinnerfassend vorzutragen. Kaum war das letzte Wort gelesen, zog sich die Jury zurück und ermittelte anhand eines Bewertungsbogens die Reihenfolge der Platzierung. „Eigentlich gibt es heute nur Sieger, denn ihr seid ja schon als Sieger in Euren Klassen gekürt worden!“, so der Tenor der Ausrichter. Und doch wurde eine Reihenfolge ermittelt welche wie folgt aussieht: 5. Platz Kira Stengele, 4. Felix Maier, 3. Emma Schleicher, 2. David Bessabawa und als Schulsiegerin wurde Jenny Grimm ermittelt. Vor einer derart großen Zuhörerschar fehlerfrei lesen zu können, wurde mit großem Applaus aller Anwesenden quittiert.
Text und Bilder: Jörg-Dieter Klatt